Wasserstraßen- und Schifffahrtsverwaltung des Bundes


Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt Berlin

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Inhalt: Fahrwassertonnen auf Spree und Dahme

Wer auf den Gewässern Berlins und Brandenburgs unterwegs ist, wird auch hier im wahrsten Sinne des Wortes nicht achtlos an den in grüner und roter Farbe gehaltenen Fahrwassertonnen vorbeikommen. Vergleichbar den Leitpfosten im Straßenverkehr dienen sie zur Kennzeichnung der von der Güter-, Fahrgast- und Freizeitschifffahrt gefahrlos nutzbaren Fahrrinne in einem See oder Fluss.

Allein im Berliner Raum liegen zur Kennzeichnung der Fahrrinnen auf Havel, Spree oder Dahme mehr als 300 Tonnen. Entscheidend für eine sichere Schifffahrt sind dabei gute Erkennbarkeit und richtige Lage dieser Tonnen. Die Kontrolle auf Position und Zustand, der Austausch und die Neuverlegung sind Aufgaben der Außenbezirke des WSA Berlin.

Begleiten Sie uns einen Tag auf der Spree beim dortigen Wechsel der Winter- auf die Sommerbetonnung
Es ist Anfang April.

Die Nächte sind noch kalt, tagsüber zeigt sich aber bereits der Frühling mit Sonne und milden Temperaturen. Am Vortag wurde alles für den heutigen Einsatz zwischen Britzer Verbindungskanal und Köpenick vorbereitet, wurden Ankerketten auf Länge gebracht und mitsamt den Ankersteinen an den Tonnen befestigt.

Tonnentausch

Früh am Morgen nun schieben die etwas mehr als 150 PS des Schubschleppers „Erkner“ den gut 40 m langen Schubverband aus dem Bauhafen hinaus auf den Dämeritzsee. Auf der vorgespannten Schute liegen 5 rote und grüne Tonnen, die die alten und beschädigten Tonnen auf diesem kurzen Abschnitt der Spree ersetzen sollen. Die Fahrt geht über die Müggelspree und den Großen Müggelsee, der um diese Jahreszeit noch eine idyllische Ruhe ausstrahlt. Nach knapp anderthalb Stunden Fahrt ist der Verband im Köpenicker Becken angelangt, nun beginnt der eigentliche Tausch.

Ansteuern der beschädigten Tonne

Der Schiffsführer steuert die erste beschädigte Tonne an und stoppt so rechtzeitig auf, dass der Verband punktgenau zum Stehen kommt. Mit kurzen sicheren Handgriffen wird die Tonne auf Seite genommen, aus dem Wasser gehoben und an Deck abgelegt. Am Haken hängen zusammen mit dem Ankerstein mehr als 350 kg - für den bordeigenen Kran ein leichtes Spiel.

Ausheben der Tonne aus dem Wasser

Die neue Tonne wird angeschlagen und ausgelegt. Die endgültige Positionierung erfolgt durch die auf der „Erkner“ installierte moderne GPS- und Peiltechnik, mittlerweile weitestgehender Standard bei vergleichbaren Schiffen in der Bundesverwaltung.

Anschlagen und Auslegen der neuen Tonne

Diese Schritte werden sich nun wiederholen, bis alle neuen Fahrwassertonnen ausgelegt sind und auf dem Deck der Schute nur noch zum Teil abenteuerlich ramponierte Exemplare liegen. Der letzte Winter hat ihnen hart zugesetzt. Abgeriebene Farben und starke Beulen in der Stahlhaut zeugen von den Spuren des bis zu 15 cm dicken Eises, das im Dezember 2010 und Januar 2011 noch die Spree bedeckte. Zeitweise rund um die Uhr fuhr die Eisbrecherflotte des WSA Berlin, um die per Schiff erfolgende Kohleversorgung des Kraftwerkes Klingenberg auch bei strengstem Frost sicherzustellen.

Auch die nicht getauschten Fahrwassertonnen in der Spree werden heute noch mal auf ihre Lage kontrolliert, dann beginnt die Rücktour. Am Nachmittag steuert der Verband den Bauhafen am Dämeritzsee wieder an. Die Leinen werden geworfen und die Fahrzeuge am Kai festgemacht. Knisternd kühlt der 6- Zylinder- Dieselmotor der „Erkner“ ab. Nacheinander werden nun die alten Tonnen an Land gehoben, Tonne, Kette und Ankerstein voneinander getrennt. Morgen werden die Tonnen gereinigt und anschließend für die Generalreparatur vorbereitet - aber das ist dann schon wieder eine andere Geschichte.

Beschädigte Tonne