Wasserstraßen- und Schifffahrtsverwaltung des Bundes


Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt Berlin

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Inhalt: Baumaßnahme Ufersicherung Gosener Kanal (GoK)

km 3,4 bis 4,48 rechtes Ufer

Leistungsumfang

Aufnehmen der teilweise vorhandenen alten Ufersicherung, Lieferung und Einbau von Holzpfählen als Fußsicherung, Durchführung von Nassbaggerarbeiten zur Herstellung einer einheitlichen Unterwasserböschung, Lieferung und Einbau von Wasserbausteinen als Schrägufersicherung sowie Lieferung und Aufbringen von Mutterboden.

Veranlassung
Bereits 1891 gab es erste Überlegungen, die Schifffahrtsverhältnisse im östlichen Berliner Umland zu verbessern. Alle Transporte, die seinerzeit von Rüdersdorf in den Berliner Raum oder in die oberschlesischen Produktionsgebiete gehen sollten, mussten den beschwerlichen Umweg über die enge, kurvenreiche Müggelspree und die Seenbereiche der Wendischen Spree nehmen.

In den 1920er Jahren wurde dieser Gedanke neuerlich aufgegriffen und es folgten 1922 erste konkrete Planungen für den Bau eines Schifffahrtskanals zwischen dem Dämeritzsee und dem Seddinsee.

Die Stadt Berlin sah in dem Bau eines Kanals die Möglichkeit, einen Teil der Erwerbslosen in Beschäftigung zu bringen und unterstützte dieses Projekt dementsprechend, u.a. auch mit der Bereitstellung von Land. Nach der Forderung des damaligen Reichsverkehrsministers, einen Anteil der Baukosten zu tragen, zog sich die Stadt Berlin aber wieder zurück. Sowohl die Stadt, als auch die interessierten Kreise waren nicht in der Lage, bis zu 1/3 der Bausumme aufzubringen und beizusteuern.

Nach nahezu 10 Jahren weitestgehenden planerischen Stillstandes wurde der Kanalbau dann 1933 erneut ins Auge gefasst. Ausgangspunkt waren nach wie vor verkehrliche Aspekte, aber auch Fragen der Entzerrung von Berufs- und Freizeit-/ Fahrgastschifffahrt. Mit den Bauvorbereitungen wurde 1934 begonnen, und am 28.11.1935 durchfuhr dann mit dem Motorboot der örtlich zuständigen Wasserpolizei zum ersten Mal ein Schiff den fertig gestellten Kanal.

In den folgenden Jahrzehnten wurden am Kanal keine grundlegenden Änderungen vorgenommen - es erfolgten regelmäßige Instandsetzungen und Ausbesserungen. Im Jahr 1988 wurde dann der Ersatz des Schrägufers auf der östlichen Seite durch ein Senkrechtufer geplant. Bis 1990/91 wurden Betonspundbohlen zwischen dem Seddinsee und der Fahlenbergbrücke gesetzt - anschließend zwischen Fahlenbergbrücke und Dämeritzsee eine Unterwasserspundwand eingebaut.

Das westliche Ufer zwischen Fahlenbergbrücke und Dämeritzsee war nicht Bestandteil der damaligen „Reparaturentscheidung“. Es präsentiert sich bis heute als Schrägufer, welches mit Wasserbausteinen gesichert ist. Es war ab Mitte der 2000er Jahre erkennbar, dass die Schadensentwicklung auf dem westlichen Ufer zwischen Fahlenbergbrücke und der Alten Spree schneller voranschreitet als in den Vorjahren. Insofern erfolgte eine Instandsetzung des genannten Abschnittes.

Bauabschnitt

Gosener Kanal (GoK) km 3,4 bis 4,48 rechtes Ufer

Ausschreibung und Vergabe

Wasser- und Schifffahrtsamt Berlin
Außenbezirk Erkner
Hessenwinkler Straße 3
15537 Erkner

Auftragnehmer

Johann Bunte Bauunternehmung GmbH & Co
Hans-Grade-Straße 2
16515 Oranienburg

Bauzeitraum

September 2009 bis Mai 2010

Zum Einsatz gekommenes Material
1.080 m Reste alter Ufersicherung ausgebaut;
1.080 m            Holzpfahlreihe als Fußsicherung dicht bei dicht eingebaut;
1.200 m³            Boden zur Herstellung einer Unterwasserböschung umgesetzt;
900 to           

Kies als Ausgleichsschicht eingebaut;

4.200 m²            Geotextiler Filter eingebaut;
3.200 to            Wasserbausteine LMB 5/ 40 eingebaut;
400 to              Mutterboden angeliefert und als Abdeckung eingebaut;
Aussagen zum Baugrund
Aussagen zu Problemen bei der Baumaßnahme
Im Baubereich wurde in den letzten Jahrzehnten keine größere Instandsetzung durchgeführt. Die in Teilbereichen erkennbaren alten Wasserbausteine lagen größtenteils nur sporadisch auf der Böschung. Sie hatten keinerlei Funktion mehr.

Der Böschungsbereich ist auf gesamter Streckenlänge massiv mit altem Bauschutt (Beton, Ziegel) durchsetzt. Anscheinend erfolgte dort in den 1940er und 1950er Jahren ein gezieltes Ablegen von Trümmerresten. Ein Austausch machte angesichts der umfangreichen Ausdehnung keinen Sinn, weshalb dieser Boden im Zuge der Böschungsvorbereitung nicht wesentlich bearbeitet/verändert wurde.

Beim Einbringen der Holzpfahlreihe bereitete der Boden durch die beschriebene Durchsetzung mit Bauschutt zum Teil erhebliche Schwierigkeiten bei GoK km 3,4 bis 3,6 rechtes Ufer.

Zwischen GoK km 4,2 bis 4,5 rechtes Ufer ist der Untergrund generell als sehr weich zu bezeichnen, was in Teilbereichen zu einem Nachsacken der eingebauten Wasserbausteine führte. Zur Herstellung einer einheitlichen Böschungsneigung und Uferlinie mussten daher in diesem Abschnitt nochmals Steine nachgelegt werden.

Übertiefen vor der Fußsicherung wurden zur Vermeidung übergroßer freier Standlängen in diesem Bereich mit Nassbaggerboden verfüllt.

Die Baumaßnahme erfolgte in Abstimmung mit